Aufgaben und Ziele

Betreuung der Naturschutzgebiete

In unseren Aufgabenbereich fällt die Betreuung zahlreicher Naturschutzgebiete europäischen Ranges in unterschiedlichen Landschaftsräumen des Kreises Minden-Lübbecke. Diese liegen innerhalb der EU-Vogelschutzgebiete „Weseraue“ und „Bastauniederung“ sowie in den FFH-Gebieten „Großes Torfmoor“, „Große Aue“ und „Heisterholz“. Das Einsatzgebiet der Biologischen Station umfasst ca. 5.600 ha. Die Schutzgebietsbetreuung umfasst unter anderem die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft, den Dialog mit diversen Nutzergruppen, der Beratung von Behörden, Institutionen und Bürgern, Stellungnahmen und Beteiligungen bei allen Vorgängen in den Betreuungsgebieten sowie regelmäßige Gebietskontrollen.

Planung und Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen
Ein weiterer wichtiger Tätigkeitsbereich besteht in der Planung und Umsetzung von unterschiedlichsten Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen in den Betreuungsgebieten und teilweise darüber hinaus. Typische Beispiele sind die Wiedervernässung von Feuchtgebieten, die Neuanlage von Kleingewässern, die Pflege von Sonderbiotopen wie Magerrasen und Sumpfbereichen mit eigenen Mitarbeitern, die Pflege von Gehölzbeständen wie Feldhecken und Kopfweiden etc..
Einen großen Stellenwert hat auch die Organisation der Bewirtschaftung im öffentlichen Eigentum befindlicher Grünlandflächen durch Landwirte (Bewirtschaftungskonzepte, einwerben von Pachtverträgen, Flächenkontrollen) und die Mitwirkung beim Vertragsnaturschutz auf privaten landwirtschaftlichen Flächen.
Als landwirtschaftlicher Betrieb setzt die Biologische Station zudem ein großflächiges Beweidungsprojekt mit Schottischen Hochlandrindern u.a. in der Windheimer Weserschleife um.
Mit der Koordination der kreisweiten Amphibienschutzmaßnahmen an Straßen engagiert sich die Station für ein wichtiges Artenschutzprojekt im Kreis Minden-Lübbecke.

Erfassungen von Flora und Fauna
Nicht zuletzt hat auch die Erfassung von Tier und Pflanzenarten in den Betreuungsgebieten einen hohen Stellenwert. Um die Entwicklung der Gebiete zu dokumentieren, positive Entwicklungen aufzuzeigen, aber auch um Fehlentwicklungen rechtzeitig entgegen wirken zu können sind derartige Untersuchungen unverzichtbar.
Regelmäßig wird daher in den Gebieten die gebietstypische Vogelfauna untersucht. Hinzu kommen Erfassungen von Amphibien, Libellen oder Heuschrecken. Flächendeckende Kartierungen von Biotoptypen, Pflanzengesellschaften und bedrohten Pflanzenarten gehören ebenfalls zum Aufgabenspektrum.

Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit
Die Biologische Station bietet umfangreiche Vorträge, Exkursionen und Seminare zu den verschiedensten Themen innerhalb der Hauptbereiche Biologie, Ökologie und Natur- und Artenschutz an. Darüber hinaus finden zahlreiche erlebnisorientierte Umweltbildungsprogramme statt. Dabei wird ein Altersspektrum abgedeckt, welches bei Kindergärten beginnt und über Schulklassen bis hin zu Seniorengruppen reicht. Mit vielen Schulen der Region gibt es bereits Kooperationen. Die Veranstaltungen finden vorwiegend in der Biologischen Station und dem Naturschutzgebiet Nordholz, mit seinem informativen Lehrpfad statt. Aber auch andere Gebiete werden regelmäßig einbezogen. Des Weiteren veröffentlicht die Biologische Station regelmäßig aktuelle Presseinformationen und steht für aktuellen Anfragen gern zur Verfügung.

Zukunftsperspektiven

Auch zukünftig wird ein deutlicher Schwerpunkt auf die Umweltbildung, die auch Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund einbezieht, liegen. Nur so ist es möglich der Bevölkerung die Notwendigkeit des Naturschutzes nahe zu bringen. Im optimalen Fall können durch Identifikationsmechanismen Konflikte im Vorfeld vermieden werden. Um dieses zu erreichen, wurden das Umweltbildungsangebot und die Öffentlichkeitsarbeit der Biologischen Station Minden-Lübbecke stark erweitert. Speziell für Kindergartengruppen und Schulklassen werden altersangepasste Umweltbildungsangebote zusammengestellt, welche durch einen aktiven Umgang mit der Natur das Wissen über biologische Sachverhalte ausdehnen und so eine nachhaltige Wertschätzung der Fauna und Flora ermöglichen soll.

Großflächige Schutzgebiete, wie die Biologische Station sie im Kreis Minden-Lübbecke betreut, benötigen auch in Zukunft ein engagiertes Management, eine Pflege in bestimmten Teilen und eine weitere Optimierung. Nicht zuletzt unter ökonomischen Gesichtspunkten erfordert dies eine intensive Planung, eine konsequente Umsetzung und eine Dokumentation, die Fehler vermeiden hilft und die Steuerung vereinfacht. Hier muss und will die Biologische Station Minden-Lübbecke ihre Arbeit weiter fortführen und ausbauen. Zusätzlich versucht sie weitere Partner im Naturschutz zu gewinnen. Dabei zeichnet sich vor dem Hintergrund neuer agrarpolitischer Gegebenheiten bereits jetzt ab, dass dieses Unterfangen erfolgversprechend sein wird. Neuen Erkenntnissen im Naturschutz muss Raum gegeben werden. Insofern strebt die Biologische Station dort die Förderung dynamischer Prozesse an, wo sie nachhaltig und zielorientiert sind. Neben der Initiierung natürlicher Prozesse (Prozessschutz) spielt die Pflege und Wiederherstellung einer arten- und strukturreichen Kulturlandschaft eine zentrale Rolle bei der Arbeit der Station. Zahlreiche Maßnahmenplanungen konnten bereits umgesetzt werden. Angesichts der langfristigen ökologischen Zielsetzungen in den Betreuungsgebieten liegt aber noch ein umfangreiches Aufgabenfeld vor uns.